Zum Hauptinhalt springen

Nachruf für

Dr. Monika Vera Cristofolini

* 18. September 1965 † 25. Mai 2026

Dr. Monika Vera Cristofolini

Arzt im weißen Kittel mit Stethoskop über der Schulter, Symbolbild für medizinische Versorgung und Patientenbetreuung.

Foto: Bergmannstrost

„Eine Kollegin mit großer Leidenschaft für ihre Tätigkeit, die viel bewegt hat und Spuren hinterlässt.“

Ein arbeitsreiches Leben in der Medizin ist viel zu früh zu Ende gegangen. Dr. med. Monika Cristofolini wurde nach schwerer Erkrankung mitten aus dem Leben gerissen. Sie hatte noch viel vor, beruflich und privat, hat für das Leben gekämpft und musste dennoch einen anderen Weg gehen. Unser Mitgefühl gehört ihrem Mann, ihren beiden Töchtern und ihrer gesamten Familie.

Monika Cristofolini wurde in Hannover geboren und ist dort aufgewachsen. Sie studierte ab 1999 an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg Medi-zin und wurde 2007 Assistenzärztin in der Klinik für Herz- und Thoraxchirurgie. Nach ihrer Promotion 2014 erwarb sie 2015 den Abschluss Antibiotic-Steward-ship-Experte (DGKH). 2017 folgten der Abschluss als Fachärztin für Allgemeinmedizin sowie die Zusatzbezeichnung Krankenhaushygiene (ÄKSA). Sie setzte ihre Weiterbildung fort. Mehrere Abschlüsse wurden von 2018 bis 2021 erlangt: Reise- und Tropenmedizin (CRM, BÄK), Zusatzbezeichnung Infektiologie (ÄKSA), Facharztkompetenz Hygiene- und Umweltmedizin (ÄKSA).

Im September 2018 wurde sie zur Oberärztin in der Stabsstelle Krankenhaushygiene am Universitätsklinikum Halle (Saale) ernannt. Um auch einen Einblick in den Public-Health-Bereich zu bekommen, hat sie während der SARS-CoV-2-Pandemie den letzten Ausbildungsabschnitt für das Fachgebiet Hygiene- und Umweltmedizin am Landesamt für Verbraucherschutz (LAV) Sachsen-Anhalt gewählt. Im Februar 2021 hat man ihr dort die stellvertretende ärztliche Leitung des Pandemiestabes Sachsen-Anhalt übertragen. Diese verantwortungsvolle Aufgabe hat sie mit großem Engagement erfüllt.

Danach strebte Monika Cristofolini an, ihre wissenschaftlichen Kompetenzen weiterzuentwickeln. Da-
für hat sie im April 2021 am Institut für Infektionsmedizin und Krankenhaushygiene des Universitätsklinikums Jena eine Stelle als Oberärztin angenommen. Ihr Focus lag immer auf der Surveillance von multiresistenten Erregern, nosokomialen Infektionen sowie der Analyse und Bewertung der Ergebnisse, um daraus Präventionsmaßnahmen in der Krankenhaushygiene ableiten zu können. Ein weiterer Schwerpunkt ihrer Tätigkeit war die hygienisch-infektiologische Fort- und Weiterbildung für ärztlich und pflegerisch tätiges Personal. In diesem Rahmen hat sie als Dozentin und Referentin viele Veranstaltungen geprägt. Sie hatte die beneidenswerte Gabe, als Referentin komplexe Inhalte anschaulich zu vermitteln. Ihr großes Fachwissen und ihre empathische Art machten sie zu einer belieb­ten Rednerin. Für die Ärztekammer Sachsen-Anhalt war Monika
Cristofolini eine unentbehrliche Kollegin, die immer für weitere Aufgaben im Rahmen der Fortbildungstätigkeit zur Verfügung stand. Auf sie war immer Verlass.

Im Juli 2022 hat sie letztendlich ihre Bestimmung im BG Klinikum Bergmannstrost Halle gefunden. Hier übernahm sie die Leitung der Stabsstelle Krankenhaushygiene und wurde schnell zu einer sehr geschätzten Kollegin. Neben der Krankenhaushygiene leitete sie auch erfolgreich das Antibiotic-Steward­ship-Team des Klinikums.

In der Arbeitsgemeinschaft Hygiene des BG-Kliniken-Konzerns brachte sie ihre fachlichen Kompetenzen zur Gestaltung einheitlicher Hygienerichtlinien für alle BG Kliniken stetig ein und trug maßgeblich zur Weiterentwicklung des Gesamtkonzeptes bei. Letztendlich war sie auch aktives Mitglied in der Arbeitsgruppe HYSA (Netzwerk Hygiene Sachsen-Anhalt) des Landesamtes für Verbraucherschutz. In diesem Kontext hat sie Hygienestandards auf Grundlage der Vorgaben des Robert-Koch-Instituts mit entwickelt und dem Hygienefachpersonal klinischer Einrichtungen nähergebracht.

Monika Cristofolinis Lebensleistung bis zu ihrem Abschied ist groß und erhält unsere höchste Anerkennung und Wertschätzung. In ihrer aktiven Zeit am BG Klinikum Bergmannstrost Halle hat sie etwas bewegt, das immer bleiben wird.

Dr. med. Carola Müller
Dr. rer. nat. Silvia Fanghänel
im Namen des Kollegiums am BG Klinikum
Bergmannstrost Halle

Weitere Artikel

Deutscher Herzbericht – Update 2026 vorgelegt
Die Kassenärztliche Vereinigung schreibt aus: